Der Fundamentalismus gehört zu Deutschland

Ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, erregt gegenwärtig die Gemüter. Sicher gehört der Islam zu den Menschen, die sich zu dieser Glaubensgemeinschaft bekennen. Und sicher gehören die zu Deutschland, wenn sie deutsche Staatsangehörige sind oder ihnen hier zeitweilig oder dauerhaft Schutz vor Krieg und Verfolgung in ihrem Land gewährt wird. Was einem die Toleranz gegenüber Muslimen manchmal schwer macht, ist eine intolerante, fundamentalistische Form des Islam, die ihre Lehre zur einzig wahren erklärt, für sie Allgemeingültigkeit beansprucht, sie auch in ihrem Gastland zu verbreiten versucht und dafür womöglich Gewalt einsetzt.

Deutschland wurde über Jahrhunderte vom Christentum geprägt. Im Mittelalter beherrschte die katholische Kirche mit harter Hand alles Denken und Handeln. Der kirchliche Machtanspruch jener Zeit war ebenfalls fundamentalistisch. Erst seit dem 17. Jahrhundert begannen die Menschen, sich aus der Bevormundung durch die autoritäre Kirche zu befreien. Dem christlichen Wunderglauben stellten die Aufklärer die Vernunft entgegen. Die ließ für fundamentalistisches Gedankengut wenig Raum.

Heute kann jeder Deutsche über sein Leben weitgehend selbst bestimmen. Deutschland hat eine funktionierende demokratische Ordnung, die dem Volk Mitspracherechte gibt. Die Bürger profitieren von enormen Fortschritten in Medizin, Naturwissenschaft und Technik. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, die Grundrechte des Einzelnen wie die Freiheit der Meinung, des Glaubens, der Berufswahl oder der Ortswahl zu schützen. Alle diese Beiträge zur Erhöhung der Lebensqualität, sind Leistungen der Aufklärung und nicht des Christentums.

Dennoch hält die katholische Kirche an ihrem fundamentalistischen Machtanspruch fest und findet dafür in der Politik erstaunlich viel Unterstützung. In Deutschland gibt es keine saubere Trennung von Kirche und Staat. Der Staat zieht nicht nur für die Kirchen die Beiträge ihrer Mitglieder ein, er lässt auch Unsummen von Steuergeldern den christlichen Kirchen zufließen. Gläubige und Ungläubige werden von öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsendern christlich berieselt und dafür noch zur Kasse gebeten. Ausgerechnet dem sehr empfindlichen Familienbereich wurden katholisch-fundamentalistische Zügel angelegt mit verheerenden Folgen: hohe Scheidungsraten, zerrissene Familien, Armutsgefährdung von Alleinerziehenden und ihren Kindern.

Keine der im Parlament vertretenen politischen Parteien ist bereit, gegen die Kirche Stellung zu beziehen und den katholischen Ballast über Bord zu werfen. Offenbar kann es sich keine von ihnen leisten, auf die Stimmen jener Wähler zu verzichten, denen höhere Eingebungen wichtiger sind als selbst nachzudenken. Soviel christlicher Fundamentalismus ist Ansporn und Rechtfertigung für islamische Fundamentalisten. Der Fundamentalismus gehört zu Deutschland.

Macht und Familie

Im Umgang von Menschen miteinander spielt Macht eine große Rolle. Wer Macht hat, kann das Denken und Tun von denen bestimmen, die sie nicht haben. Zur Macht gehört, dass der Mächtige seine Entscheidungen mit Gewalt oder ihrer Androhung durchsetzen kann.

Das größte Gewaltpotential liegt beim Staat. Er beansprucht das Monopol für den Einsatz von Gewalt und untersagt die Gewaltanwendung durch Privatpersonen und nicht-staatliche Organisationen. Wer legal nach Macht und Gewalt strebt, begibt sich entweder in staatliche Dienste, oder er gewinnt die Machthaber im Staat, damit sie ihre Entscheidungen in seinem Sinne treffen.

Macht über Familien hatten lange Zeit die christlichen Kirchen. Die nahm ihnen der Staat ab, berücksichtigte aber weitgehend katholische Vorstellungen und Wünsche bei der Formulierung der Familiengesetze und den Entscheidungen der Familiengerichte. Wie schon zuvor den Kirchen ist auch dem Staat zu seinen Familien nicht mehr eingefallen als Macht und Gewalt.

Die gibt es auch innerhalb von Familien. Dabei hat Mann Macht über Frau, Eltern über Kinder, ältere Geschwister über jüngere. Immerhin hat man die Anwendung von Gewalt in der Familie eingeschränkt, so die von Eltern gegen Kinder oder von Mann gegen Frau. Die von Frau gegen Mann wird dagegen nicht zur Kenntnis genommen oder sogar, wenn sie sich staatlicher Gewalt bedient, unterstützt. Was beim Einsatz von Macht und Gewalt in Familien herauskommt, ist Macht und Gewalt in der nächsten Generation.

Menschen können anders miteinander umgehen als durch Macht und Gewalt. Das erklärte vor 2000 Jahren ein junger Mann in Palästina seinen Mitmenschen und stieß damit auf großes Interesse. Die religiösen Führer sahen darin eine Bedrohung ihrer Macht und ließen ihn dank ihrer guten Beziehungen zu den römischen Besatzern umbringen. Auf ihn berief sich zwar die nach seinem Tod gegründete christliche Kirche, ließ aber seine Botschaft vom Macht- und Gewaltverzicht unbeachtet. Das beschreibt anschaulich Dostojewski in seiner Erzählung vom Großinquisitor.

Diese Internetseite befürwortet die Machtkompetenzen und das Gewaltmonopol des Staates. Das gilt aber nur dann, wenn sie zurückhaltend eingesetzt werden und nicht dem Machtstreben und Gewaltbedürfnis ermächtigter Personen oder einflussreicher Gruppen dienen. Diese Voraussetzungen sind gegenwärtig im Bereich der deutschen Familienpolitik und -justiz nicht gegeben.

Heutige Familien brauchen nicht Macht und Gewalt. Sie brauchen mehr Partnerschaft, und die gibt es nur mit einer besseren Gleichstellung von Mann und Frau. Sie brauchen gegenseitiges Vertrauen der Partner, und das sollte wirklich lebenslang Bestand haben. Sie brauchen mehr elterliche Fürsorge für die Kinder, und die sollten nicht als Vorwand für staatliches Eingreifen in die Familien benutzt werden. All das ist gegenwärtig vom Staat nicht zu haben. Bis das anders wird, müssen Partner und Eltern ihre Familie ohne den Staat selber machen.

Fake Politics: Große Koalition für kleine Familienpolitik

Wenn die GroKo-Verhandlungen erfolgreich sind, hat Deutschland bald wieder eine handlungsfähige Regierung. Mehr als Geld und gute Worte wird man von ihrer Handlungsfähigkeit wohl nicht erwarten dürfen. Für Familien ist das zu wenig.

Vordergründig ist Familienpolitik: Geldzahlungen an Mütter. Dafür haben auch die GroKo-Verhandler wieder neue Ideen. Schaut man hinter die Fassade, so dient die Familienpolitik dazu, die katholische Lebenszeitehe am Leben zu halten. Der hatte bereits 1875 die Reichsregierung nahezu den Garaus gemacht. Dann entschied die erste Bundesregierung unter dem Kanzler und ehemaligen Zentrumspolitiker Adenauer, sie wieder zu beleben. Was heute als Familienpolitik ausgegeben wird, ist Ehepolitik nach katholischen Vorgaben.

Danach hat Ehe nur dann einen Wert, wenn sie lebenslang dauert, und so steht es in § 1353 des Familienrechts. Wird sie vorzeitig beendet, gilt sie als gescheitert, wertlos, und kann entsorgt werden. Das ist die Aufgabe von Familiengerichten, die über Scheidungen zu befinden haben. Die zerstören auch das, was Ehen und Familien wertvoll macht und was im Gegensatz zum Trauschein lebenslang Bestand haben sollte: das Vertrauen zwischen den Partnern und die Fürsorge der Eltern für ihre Kinder.

Zur Langlebigkeit der Ehe haben die Rechtsmaßnahmen nichts beizutragen, im Gegenteil. Die mit den Strafen gegen die bösen Väter ausgesprochenen Belohnungen für die guten Mütter sind für die so attraktiv, dass sie die meisten Scheidungsanträge stellen. Die staatliche Unterstützung reicht so weit, dass eine Frau sich die Erfüllung ihres Kinderwunsches ohne jede Gegenleistung von jemand anderem finanzieren lassen kann. Nahezu die Hälfte aller lebenslangen Ehen wird so wieder beendet. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder, die sich nicht dagegen wehren können.

Das ist eigentlich ein Skandal, ist dann aber doch keiner, weil ihn niemand zur Kenntnis nimmt. So wenig, wie man vor 30 Jahren etwas von sexuellem Missbrauch wissen wollte und die Opfer im Regen stehen ließ, will man heute etwas von dem Unrecht an Vätern und Kindern wissen. Aggressives Wegsehen und Totschweigen begegnen dem, der sich kritisch über die Behandlung der Familien durch die Staatsorgane äußert. Aufmerksamer lauscht man dafür den Beschönigungen und Vertuschungen der Familienwohltäter, die sich uneigennützig für „Kindeswohl“ und „gemeinsame elterliche Sorge“ einsetzen. Das ist Fake Politics, Lügenpolitik.

Es ist absurd, dass der Staat seinen Bürgern katholische Lebensart beibringt, während gleichzeitig den Kirchen die Gläubigen davonlaufen. Die lebenslange lebendige Partnerschaft ist ein hohes Gut, sie lässt sich aber nicht verordnen oder herbeistrafen. Diese Einsicht wird man von GroKo-Politikern wohl nicht erwarten können.

Archiv Aktuell

Gleichgeschlechtliche Ehepartner müssen im Scheidungsfall nicht mit der katholisch und feministisch motivierten Unrechtsprechung durch Familiengerichte rechnen wie die Partner herkömmlicher Ehen. Sie können ihre Ehen selbstbestimmt führen und selbstbestimmt beenden. Das mag eine kleine Chance für eine Erneuerung der Ehe sein, die man schon auf dem Schrotthaufen der Geschichte sah. Mehr dazu findet sich im Beitrag vom 7. Juli 2017 „Ehe für alle – der langsame Abschied vom Mittelalter“.

Eine Gruppe von Feministen, hier als „Vergeltungsfeministen“ (18. Juni 2017) bezeichnet, möchte die Diskriminierung von Frauen mit einer Diskriminierung von Männern ersetzen. Im Familienrecht sind sie damit sehr erfolgreich und verantwortlich für eine Menge neuen Unrechts.

Als „Schandtat des Rechtsstaats“ bezeichnete der Justizminister die Strafverfolgung Homosexueller nach § 175. Sie ist ein weiteres Beispiel für die Bestrafung von Verstößen gegen katholische Moralvorstellungen durch den Staat. Das beschreibt der Beitrag Unrecht gegen Homosexuelle (24. März 2017).

Die frühere Praxis katholischer Mutter-Kind-Institutionen in Irland, die Kinder lediger Mütter für Geld zur Adoption nach USA zu verkaufen, und ihre Auswirkungen auf das Leben der beteiligten Personen ist der Anlass für den Beitrag Verlorene Kinder (9. März 2017). Sie ist beispielhaft für das Umgehen der katholischen Kirche mit Familien.

Der erste Beitrag Staatsunrecht im Rechtsstaat (19. Februar 2017) geht der Frage nach, ob die deutsche Bundesrepublik wirklich der vorbildliche Rechtsstaat ist, als der sie von Politikern und Journalisten dargestellt wird.

Wieviel Ehe braucht Familie?

Früher waren ein Zusammenleben von Mann und Frau oder auch nur flüchtige intime Kontakte nur möglich, wenn die Beteiligten verheiratet waren. Das ist heute anders, aber immer noch dreht sich viel um die Ehe, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen. Da gibt es sachliche Gründe für eine Eheschließung wie Steuervorteile, die Versorgung nicht erwerbstätiger Partner oder das Adoptionsrecht. Partner erwarten für sich und ihre Familie höhere Weihen von einer Ehe, andere passen sich dem an, was die anderen tun, und manchen geht es schlicht ums Gaudi.

Ganz andere Interessen vertreten Menschen, die sich in Kirche, Politik und Rechtsprechung um Ehen, Paare und Familien kümmern:

  • Die katholische Kirche will, dass jedermann ihre Glaubenssätze befolgt. Zu denen gehört weiterhin, dass es Intimität und damit auch Familie nur in einer Ehe gibt und dass die Ehe lebenslang zu bestehen hat. Für normal hält die Kirche in einer Ehe, dass der Mann arbeiten geht und die nicht erwerbstätige Frau Haushalt und ggf. Kinder versorgt.
  • Die Politik möchte die Versorgung des wirtschaftlich Schwächeren durch den Stärkeren sichern. Schwächer sind Hausfrauen und Kinder, stärker ist der erwerbstätige Mann. Versorgung heißt bei Politikern vieldeutig: Verantwortung übernehmen, bei Juristen eindeutig beschränkt: Geld zahlen.
  • Die Rechtsprechung urteilt nach den Gesetzen des Familienrechts, nutzt aber Freiräume für Auslegungen und persönliche Einschätzungen. Folgt denen die gesamte Richterschaft, so gelten sie als „herrschende Meinung“ und werden zu einer Form von Gesetzgebung durch Gerichte.

Die drei Institutionen unterstützen sich gegenseitig bei der Verfolgung ihrer Ziele. „Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen“ bestimmt § 1353 des Familienrechts. Die gegen den Widerstand der Kirche eingeführte Ehescheidung wurde zwar nicht abgeschafft, dafür kam die Politik der Kirche bei der geschiedenen Ehe entgegen, wertete sie als „gescheitert“ ab und gab sie zur Entsorgung frei. Das ist die Aufgabe von Gerichten, deren Sanktionen sowohl der Bestrafung als auch der Auflösung der gescheiterten Familie dienen. Richter legen bei ihren Scheidungsurteilen ohne Prüfung der tatsächlichen Gegebenheiten die von der Kirche empfohlene Arbeitsteilung in einer Ehe zugrunde.

Nach katholischen Vorgaben erklären Richter die Ehe wieder zur einzigen Grundlage einer Familie, obwohl das in keinem Gesetz steht. Wie die Kirche über viele Jahrhunderte zuvor bemüht sich auch die Richterschaft, die lebenslange Ehe mit staatlicher Gewalt durchzusetzen. Das ist nicht nur grandios gescheitert, und hier passt das Wort einmal wirklich. Vielmehr dürfte die staatliche Eheförderung die stetige Zunahme der Ehescheidungen und die hohe Zahl armutsgefährdeter alleinerziehender Eltern und alleinerzogener Kinder selbst hervorrufen.

Die Förderung der katholischen Lebenszeitehe durch den Staat dient also keineswegs der Förderung von Familien. Die brauchten wirkliche Hilfe und nicht Zurechtweisung. Denen müsste jemand sagen, was Partnerschaft ist, warum es unter Partnern Probleme gibt und wie man damit umgeht, dass die langfristige vertrauensvolle Partnerschaft einen hohen Wert hat, für den sich ein hoher Einsatz lohnt, dass für Kinder die gemeinsame Fürsorge ihrer beiden natürlichen Eltern außerordentlich wichtig ist, auch nach einer Scheidung. Es gäbe eine Menge für die Familien zu tun, aber die Wohltäter in Kirche, Politik und Justiz tun lieber eine Menge gegen die Familien.

Die müssen derweil selbst für sich sorgen und sich und ihre Kinder vor den Ehewächtern in Sicherheit bringen. Das müssen sie frühzeitig und gemeinsam in Angriff nehmen. Wie das geht, schlage ich in meinem Büchlein „Verliebt Verlobt Verheiratet Verurteilt“ vor.

Wahlprogramme für Familien

In den Programmen von SPD, Linken, Grünen und CDU  für die kommende Bundestagswahl liest man den Satz „Familie ist da, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen“. Diese Familie wollen sie unterstützen mit Elterngeld und Kindergeld und Kinderfreibetrag und Kinderzuschlag und Kinderregelsatz und Kindergrundsicherung und Familienbudget und noch und noch. Und ja, den armen alleinerziehenden Müttern muss man unbedingt unter die Arme greifen.

Dass es in den Familien auch noch Väter gibt und dass man mit denen nicht ordentlich umgeht, haben immerhin FDP und AfD schon wahrgenommen. Die anderen gehen vermutlich davon aus, dass sie die Verantwortung übernehmen, von der in den Wahlprogrammen die Rede ist. Ja und die Kinder, deren Rechte kommen jetzt endlich ins Grundgesetz. Da können sie dann von den Familiengerichten ebenso ignoriert werden wie bereits jetzt die in Art. 6 garantierten Rechte ihrer Eltern.

Mit einer solchen Familienpolitik ist kein Staat zu machen; denn sie ändert nichts an der gegenwärtigen Situation, und die ist erbärmlich. An Stelle der Familien fördert der Staat die heilige Institution der Ehe, und wenn die nicht so läuft, wie man das gern hätte, wird die Familie abgestraft. Keine Partei will wahrhaben, dass die vielen bedauernswerten Alleinerziehenden eine Folge ihrer Politik sind. Keine nimmt zur Kenntnis, dass die hochgelobten Familiengerichte Familien nicht unterstützen, sondern kaputt machen. Keine verliert ein Wort darüber, dass deren selbstherrliche Rechtsprecherei jede Verbesserung für die Familien in eine Maßnahme gegen sie umzudeuten weiß. Denn die Justiz ist unabhängig, und das legt sie so aus, dass sie machen kann, was sie will oder schlimmer noch, was man höheren Orts von ihr erwartet. Allerdings hat das mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun, wie sich auf der Internetseite trennungsfaq.com nachlesen lässt.

Wer wirklich etwas für Familien tun will, muss diese Missstände angehen. Die folgenden fünf Punkte legen dar, wie ein familienfreundliches Wahlprogramm aussehen könnte:

1. Trennung von Familie und Ehe

Der Staat zieht sich aus der Förderung der Ehe zurück und fördert stattdessen alle Lebensgemeinschaften von Erwachsenen mit Kindern. Erwachsene können in der Regel selbst für sich sorgen. Dagegen hilft ihnen der Staat bei der Sorge für die Kinder in Form von Zuwendungen an die Familien und durch Schaffung einer Infrastruktur für ihre Betreuung und Förderung (Kitas, Schulen, Vereine).

2. Streichung des Lebenszeitparagrafen

Der Paragraf 1353 BGB „Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen“ wird abgeschafft und damit die gegenwärtig praktizierte Zerschlagung der Familie nach einer Scheidung. Beendet wird damit auch die gegenwärtige Diskriminierung von Vätern.

3. Scheidung und Trennung ohne Gerichte

Die verpflichtende Mitwirkung eines Gerichts bei einer Ehescheidung nach § 1564 wird aufgehoben. Wenn ein Standesbeamter gut genug für die Eheschließung ist, ist er auch gut genug für die Ehescheidung. Wenn es aber juristischer Kompetenz bei der Scheidung bedarf, ist die auch bei der Eheschließung erforderlich. Das könnte wie bei einem Immobilienkauf durch einen Notar geschehen, der die Ehewilligen aufzuklären und juristisch zu beraten hätte. Wie Ehen werden auch nicht-eheliche Lebensgemeinschaften nach einer Trennung nicht länger mit Sanktionen belegt.

4. Partner mit gleichen Rechten und Pflichten

Im Normalfall beteiligen sich Partner in gleichem Umfang an den Familienaktivitäten einschließlich der Finanzierung und der Betreuung von Kindern. Für die Betreuung gemeinsamer Kinder gilt das auch, wenn die Eltern nicht mehr zusammenleben. Unterhaltszahlungen für Ehegatten und Kind entfallen. Partner, die etwas anderes wollen, müssen sich im vorhinein darauf einigen. Die gegenwärtig übliche gegenseitige Aufrechnung von Betreuung und Finanzierung wird beendet. Vor oder nach einer Trennung werden Kinder durch ihre Eltern betreut und nicht durch Familiengerichte oder Jugendämter.

5. Ehe als kirchliche Einrichtung

Ehen werden wieder in die Obhut der Kirchen gegeben, die sie früher betreut haben. Sie können nach ihren Glaubensrichtlinien Ehen stiften und begleiten. Auswirkungen auf bürgerliche Rechte und Pflichten, die Erhebung von Steuern oder finanzielle Zuwendungen vom Staat hat die kirchliche Verehelichung nicht. Die werden davon abhängig gemacht, dass Menschen tatsächlich „füreinander Verantwortung übernehmen“.

Dass eine der politischen Parteien in absehbarer Zukunft ein solches Familien-Programm auflegen könnte, ist schwer vorstellbar; denn die interessieren sich für Macht und nicht für Familien. Wahrscheinlich werden sie alle weiterhin die Augen vor der Wirklichkeit verschließen und nicht wahrnehmen wollen, dass die in großen Teilen der Bevölkerung gelebten Familien immer mehr von denen abweichen, die Politik und Justiz verordnen. Man kann nur hoffen, dass Partner und Eltern sich nicht weiter blind einem Staat anvertrauen, der das Gute vorgibt, aber das Böse schafft. Eltern müssen selbst etwas tun, um sich und ihre Kinder vor der aggressiven Ignoranz jener Familienwohltäter zu bewahren. Mehr Ratschläge dafür finden sich in meinem Büchlein „Verliebt Verlobt Verheiratet Verurteilt“.

Partnerschaft richtig

Freund oder Feind

Familie kann Glück, Zufriedenheit und Lebenssinn bedeuten. Sie kann aber auch zu Enttäuschung, Verbitterung und Feindschaft führen. Um des erste zu erreichen und das zweite zu vermeiden, gilt es, die Gefahren zu umgehen, die der Familie drohen. Die können sich aus der Beziehung zwischen den Partnern herleiten, oder sie können von außen an sie herangetragen werden. Hier soll von den ersten die Rede sein.

Die Partnerbeziehung beginnt in der Regel damit, dass sich zwei Menschen verlieben. Dabei nehmen sie einander in einer neuen Weise wahr. Sie sehen beim anderen nur gute und liebenswerte Eigenschaften und haben gleichzeitig das Gefühl, vom anderen ernst genommen und verstanden zu werden. So überwältigend und beglückend das Erlebnis ist, als Grundlage für eine Partnerschaft ist es nicht ausreichend; denn die ist etwas Langfristiges, das Verliebtsein dagegen ist zeitlich begrenzt. Irgendwann sind beide nicht mehr füreinander die angebeteten Engel, sie werden wieder zu wirklichen Menschen.

Lastenträger

Zur Wirklichkeit eines jeden gehört seine Vergangenheit. Besonders wichtig für die Partnerbeziehung ist das, was sich das kleine Kind in den ersten Lebensjahren vor der Phase des bewussten Lernens aneignete. In dieser Zeit kopiert es seine Eltern. Was es dabei aufnimmt, bleibt während des ganzen weiteren Lebens ein nicht in Frage gestellter Teil seiner Wirklichkeit, von dem es das meiste niemals bewusst wahrnimmt.

Dazu gehören z.B. Ängste, die nicht durch eine reale Gefahr, sondern durch Umstände hervorgerufen werden, die das Kind bei seinen Eltern als angstbesetzt erlebt hat. Es hat auch registriert, dass die Eltern auf die Angst mit Flucht oder mit Aggression reagierten und wird es ihnen nachtun. Es hat sich das Rollenverhalten von Vater und Mutter gemerkt. Es registriert, ob es den Eltern eine Freude oder eine Last ist, und das wird über sein späteres Selbstbewusstsein entscheiden. In seiner Entwicklung nimmt sich das Kind die Erwachsenen zum Vorbild: haben die sich in einem Bereich nicht über die Stufe eines Kindes hinaus entwickelt, wird wahrscheinlich auch der/die Heranwachsende auf dieser Stufe stehen bleiben. (Zum Weiterlesen über solche Verhaltensweisen wird das Buch von E. Berne „Spiele der Erwachsenen“ empfohlen).

Jeder einzelne trägt die Auswirkungen seiner Vergangenheit mit sich, und damit wird auch der Partner konfrontiert. Was ihm selbst normal und natürlich erscheint, mag für den Partner aber unverständlich, abwegig, unreif, störend, abstoßend, verletzend sein. Jeder von ihnen hat aus seiner Sicht Recht, aber genau das kann für den Partner schwer zu akzeptieren sein. Beide neigen dazu, dem anderen seine Sicht und sein Verhalten zum Vorwurf zu machen. Sie werden sich gegenseitig auffordern, sich zu ändern und zu bessern. Damit werden sie aber bei allem guten Willen kaum Erfolg haben.

Wenig hilfreich sind meistens auch Dritte, Familienangehörige oder Freunde, besonders wenn sie für den einen oder anderen Partei ergreifen. Besonders unnütz ist der Rat der professionellen Familien-Rechthaber. Deren Zuteilung von Recht und Unrecht ist für die Suche der Partner nach dem gemeinsamen Weg nur hinderlich.

Mittragen der Last

Am besten geeignet zur Lösung von Partnerproblemen ist die Partnerschaft und der Partner selbst. Ein einfühlsamer, liebender Mensch wird beim anderen die Zwänge erkennen, denen er unterworfen ist und die er nicht ändern kann, weil sie ihm niemals bewusst geworden sind. Er wird spüren, dass die Zwänge auch für ihren Träger belastend sind. Er wird versuchen, diese Last mitzutragen, und das macht sie ein wenig leichter. Passiert das wiederholt, so nimmt das der Last das Zwanghafte und Bedrohliche. Sie wird immer geringer und ist am Ende keine Last mehr. Das Mittragen der Last des anderen ist die wichtigste Aufgabe in einer Partnerschaft und ihr größter Gewinn.

Jeder Partner ist Träger seiner eigenen Last und Mitträger der Last des anderen zugleich. Das ist nur möglich, wenn die Partner gleichwertig und ebenbürtig sind. Sie müssen Vertrauen zueinander haben und sicher sein, dass der andere das gemeinsame Wohl höher einschätzt als das eigene. Vertrauen entsteht langsam im Laufe der Zeit, aber es kann in kürzester Zeit zerstört werden und mit ihm die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Partnerschaft.

Das Mittragen muss freiwillig sein und kann nicht erzwungen werden. Es lässt sich nicht verordnen, es besteht kein Anspruch darauf, und es wird nicht als Zugabe mit dem Trauschein geliefert. Frisch Verliebten fällt es in den Schoß, aber in einer auf Dauer angelegten Partnerschaft muss man sich immer wieder aktiv darum bemühen. Das heißt immer wieder auf den Partner eingehen und sein/ihr irrationales Verhalten als Zwang und nicht als Bösartigkeit erkennen. Der Erfolg mag nicht unmittelbar eintreten und nicht dramatisch erscheinen, auf lange Sicht ist er dennoch riesig.

Ehe für alle – Der langsame Abschied vom Mittelalter

Sie wollen nicht nur normal sein, sondern auch als normal gelten. In ihrem Kampf gegen ihre Ächtung in der Gesellschaft haben die Partnerschaften von Gleichgeschlechtlichen mit der kürzlich im Bundestag beschlossenen „Ehe-für-alle“ ein wichtiges Ziel erreicht. Das Gesetz kennt in Zukunft nur noch eine Art von staatlich anerkannter Partnerschaft: Sie heißt „Ehe“, gilt für hetero- und homosexuelle Paare und sieht gleiche Rechte und Pflichten für beide vor.

Für die Gleichgeschlechtlichen ist das ist ein wichtiger Fortschritt; denn in der Vergangenheit gehörte das Parlament zusammen mit der katholischen Kirche und der Justiz zu der Allianz, die die Ablehnung, Diskriminierung und Verfolgung von Schwulen und Lesben betrieb. Ob das Parlament aus dieser Allianz endgültig und dauerhaft ausgeschieden ist, wird man sehen. Auch bleibt abzuwarten, ob sich die geistlichen Herren und die besserwissenden Richter der neuen Sicht anschließen werden. Von der katholischen Kirche wird man das kaum erwarten können; denn sie sehnt sich immer noch in das Mittelalter zurück, als ihre Weisungen für jeden verbindlich waren. Familiengerichte haben ihre eigenen Vorstellungen und pflegen Gesetze in ihrem Sinn umzudeuten, und auch das Verfassungsgericht könnte Einwände erheben.

Vor allem aber ist zu fragen, was denn die gleichgeschlechtlichen Partner von der Zivilehe erwarten und was daran so toll sein soll. Um den Romantik-Firlefanz der Heirat kann es ihnen doch wohl nicht gehen, den konnten sie bisher schon haben. Wollen sie außer der Anerkennung ihrer Beziehung auch den ganzen historischen Ballast aus der Zeit mittragen, als die Kirche über die Familien herrschte? Vielleicht sollten sie sich mal etwas genauer ansehen, was sie da anstreben:

  • „Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen“ steht auf katholischen Wunsch in § 1353 des Familienrechts, aber dann wird die Hälfte dieser Lebenszeitehen wieder geschieden, und zu dieser hohen Rate trägt der Staat maßgeblich bei.
  • „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern …“ heißt es in Artikel 6 des Grundgesetzes, aber dann werden Väter ohne Not durch die Familiengerichte abgeschafft und Mütter als Alleinerziehende eingesetzt.
  • Ein sorgloses Leben auf Kosten ihrer Ex-Männer stellen Familienanwälte den scheidungswilligen Müttern in Aussicht, aber dann landen die gemeinsam mit ihren alleinerzogenen Kindern in der Armut.

Die Bilanz der staatlichen Fürsorge für die Familien ist jämmerlich. Nur ein Ignorant und Schwachkopf von einem Mann geht in ein Standesamt, gründet eine Familie und setzt Kinder in die Welt. Und was wollen die Gleichgeschlechtlichen da? Sie möchten weg von der Diskriminierung und wählen dafür ausgerechnet eine Institution, in der dieselben Akteure aus Kirche, Politik und Justiz munter weiter diskriminieren. Ist das etwa nach dem Sankt-Florians-Prinzip in Ordnung, wenn die Opfer andere sind, nämlich Väter und Kinder? Statt einer Ehe-für-alle ist das eher eine Ehe-für-keinen.

Natürlich haben Schwule und Lesben in mancher Hinsicht bessere Karten:

  • Die große Zahl weiblicher und männlicher vergeltungsfeministisch engagierter Familienrichter wird schwerer Partei ergreifen können, wenn ihnen zwei Frauen oder zwei Männer gegenübersitzen.
  • Die aus dem Mittelalter stammende und einst sinnvolle Rollenverteilung mit dem alleinverdienenden Mann und der Hausfrau und Mutter, aus der sich heute die Väter-Diskriminierung herleitet, kommt für die meisten Gleichgeschlechtlichen gar nicht erst in Betracht.
  • Sie wissen auch, dass Partnerschaft einem nicht in den Schoß fällt, dass man etwas dafür tun muss, wenn sie lebendig bleiben soll, dass man sich dafür nicht auf einen Trauschein oder einen Familienanwalt verlassen kann und dass man sie notfalls auch gegen den Staat verteidigen muss.
  • Vielleicht sind sie auch klug genug, von vornherein selbst zu bestimmen, wie sie mit ihrer Ehe und notfalls auch mit einer Trennung umgehen wollen; denn auch bei ihnen ist nicht zu erwarten, dass jede Verbindung ein Leben lang lebendig bleiben kann.
  • Vielleicht sollten sie für ihre Eheschließung auch weiterhin von einem Notar Gebrauch machen, wie das bisher mit der eingetragenen Lebenspartnerschaft möglich war. Dann können sie einen ordentlichen Vertrag abschließen und müssten sich nicht mit den unverbindlichen schönen Worten in einem Standesamt begnügen.

Sollten die gleichgeschlechtlichen Partner Ehen eingehen, ohne in die Fallen der genannten familienfeindlichen Allianz zu treten, könnten sie damit sogar zu einem Vorbild für getrenntgeschlechtliche Familien werden. Dann wäre die Ehe-für-alle nicht nur ein Trippelschrittchen sondern eine Riesenschritt der Familien weg vom Mittelalter und hin zur Neuzeit.

Vergeltungsfeminismus

Wenn zwei sich scheiden, gibt es Streit, und wenn zwei sich streiten, freuen sich Dritte. Die nutzen die Unerfahrenheit der streitenden Partner, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Zu diesen Nutznießern gehört eine Gruppe, die sich den Feministen zurechnet.

Feminismus

Als Feminismus bezeichnet man Frauenbewegungen, die in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts und andernorts schon früher die Diskriminierung von Frauen in der von Männern dominierten Welt bekämpften. Der Erfolg ihrer Anstrengungen ist nicht nur im Interesse von Frauen. Eine Gesellschaft kann es sich nicht leisten, auf die Hälfte ihres Potentials an Schaffens­kraft und Einfallsreichtum zu verzichten. Aus diesem Grund haben feministische Bestrebungen auch bei Männern Zuspruch gefunden.

Der Feminismus hat in Deutschland in 150 Jahren viel verändert. Von einer Gleichstellung von Mann und Frau, wie sie Art. 3 des Grundgesetzes vorsieht, ist man dennoch weit entfernt. Zu den Bremsern gehören weiterhin Männer, die sich jeder Veränderung ihrer vertrauten Welt entgegenstellen oder die den Wettbewerb mit Frauen scheuen müssen. Auch manche Frau mag die überschaubare Arbeit zu Hause einem fordernden Berufsleben vorziehen, besonders wenn sie für die Doppelbelastung von Familie und Beruf wenig Unterstützung findet.

Nicht hilfreich für die Sache der Frauen ist ferner eine Bewegung, die unter der Fahne des Feminismus mitsegelt. Sie setzt sich dafür ein, der Diskriminierung von Frauen eine Diskriminierung von Männern entgegen zu setzen. Ich nenne das „Vergeltungs-Feminismus“.

Vergeltung

Unter Vergeltung versteht man eine Handlung, mit der Menschen auf eine Verletzung ihrer Gefühle reagieren. Sie scheint ein elementares Bedürfnis jedes Menschen zu sein. Wie die Verletzung ist auch die Reaktion darauf emotional und nicht rational. Ihre Art und Stärke orientieren sich nicht an der objektiven Handlung, die sie ausgelöst hat, sondern an der subjektiven Bewertung der erzeugten Emotion. Einziges Ziel ist die Erwiderung der Verletzung, nicht ein bestimmtes Ergebnis wie die Verhinderung einer erneuten Verletzung.

Vergeltung löst ihrerseits eine Verletzung aus, die wiederum den Wunsch nach Gegenvergeltung aufkommen lässt. Auf diese Weise können sich gegenseitige Vergeltungen zu einer endlosen Kette aufschaukeln, wie das von der Blutrache bekannt ist. Wenn der Verursacher der Verletzung nicht habhaft ist, kann sich Vergeltung auch gegen einen Stellvertreter aus derselben Familie oder Gruppe richten.

Vergeltung wird in manchen Volks- und Religionsgemeinschaften als ein berechtigtes Anliegen eines Geschädigten angesehen. Andererseits betonen asiatische Religionen, das Alte Testament und Jesus-Worte im Neuen Testament, dass Vergeltung dem schadet, der sie übt.

Vergeltungsfeminismus im Rechtsstaat

Das Strafrecht der Bundesrepublik erkennt den Wunsch eines Geschädigten nach Vergeltung an und erlaubt seine Mitwirkung bei der Entscheidung über Schuld und Strafe im Rahmen eines Gerichtsverfahrens. Man kann darüber streiten, ob das weise ist oder nicht. Viel stärker hat sich aber Vergeltungsdenken dort breit gemacht, wo es nichts zu suchen hat, im Familienrecht.

Das ist eigentlich Teil des Zivilrechts, hatte aber aus den Zeiten kirchlicher Oberaufsicht Strafmaß­nahmen für schuldhaftes Verhalten übernommen. Die bei einer Scheidung durch den Familienrichter vorzunehmende Schuldzuweisung wurde 1976 vom Gesetzgeber abgeschafft. Die Bestrafungen blieben aber bestehen, nur wurden sie jetzt auf Männer und Väter beschränkt. Die müssen seither als Stellvertreter für den Vergeltungswunsch von Feministen gegen Männer allgemein herhalten.

Das hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun. Jede Diskriminierung, gleichgültig ob sie sich gegen Schwarze, Juden, Ausländer, Frauen oder Männer richtet, schafft Unrecht, und Unrecht lässt sich nicht mit Unrecht bekämpfen. Es ist tragisch, dass sich genau daran diejenigen beteiligen, die als Hüter des Rechts eingesetzt wurden. Es ist auch tragisch, dass genau dies in der deutschen Rechtsprechung eine lange Tradition hat (siehe meinen Beitrag auf dieser Website „Staatsunrecht im Rechtsstaat“).

Das tägliche Unrecht der Familiengerichte trifft nicht nur die als Sünden­böcke missbrauchten Männer und Väter. Hauptleidtragende sind die Kinder, denen die Überheblichkeit und Dummheit vergeltungsfeministischer Richter und Richterinnen unter allen möglichen Vorwänden ihre Eltern wegnimmt. Dass diese Kinder für ihr Leben seelische Störungen davontragen, interessiert diese Rechthaber nicht. Beschädigt werden aber auch die Mütter, die den Rattenfängern auf den Leim gehen, ihnen die Gelegenheit zum Zerstören ihrer Familien geben und am Ende statt des in Aussicht gestellten Geldsegens armutgefährdet sind.

Vergeltungsfeminismus gegen Familien

Feministen beiderlei Geschlechts, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen, haben Unterstützung und Anerkennung verdient. Vergeltungsfeministen haben es nicht. Sie verdienen nicht einmal die Bezeichnung Feministen; denn sie tun nichts für Frauen, aber viel gegen sie. Sie benutzen andere, um mit ihren eigenen Emotionen fertig zu werden und kümmern sich nicht darum, wieviel Schaden sie dabei anrichten. Vergeltungsfeministen sind wie eine Krebsgeschwulst, die in einer Gesellschaft wächst und sie zerstört, wenn man sie nicht herausschneidet.

Von all den klugschwätzenden, schlaumeiernden Familienspezialisten, viele von ihnen selbst Vergeltungsfeministen, ist das nicht zu erwarten. Auch Medien und Öffentlichkeit wenden sich gern ab und schauen in die andere Richtung. Eltern, die sich für ihre Kinder verantwortlich fühlen, können sich das nicht leisten; denn bereits morgen könnten die Vergeltungsfeministen auch ihre Familie und ihre Kinder in den Strudel ziehen. Sie müssen heute damit anfangen, sich gegen die Zerstörer ihrer Familie zu wappnen. Wie das geht, sagen wir an anderer Stelle dieser Webseite und in dem Büchlein „Verliebt Verlobt Verheiratet Verurteilt“.

Unrecht gegen Homosexuelle

Als „Schandtaten des Rechtsstaats“ bezeichnete Bundesjustizminister Maas die Verurteilungen von Homosexuellen nach § 175. Von mehr als 50 000 Männern seien zwischen 1945 und 1994 „Berufswege verstellt, Karrieren zerstört und Biografien vernichtet“ worden. Jetzt sollen die Männer entschädigt werden und pro Tag im Gefängnis EUR 4,11 erhalten. Arm wird der Rechtsstaat davon nicht, und er kann sich wieder ganz rechtsstaatlich geben.

Schandtaten des Rechtsstaats sind nicht nur die Urteile gegen Homosexuelle, sondern auch große Teile heutiger katholisch inspirierter Familien-Rechtsprechung. Dabei sind es aber nicht nur 50 000, sondern Millionen von Männern, denen Unrecht getan wird. Dazu kommen noch einmal Millionen von Kindern, und auch die Millionen ihrer Mütter, die mit Versprechungen auf die falsche Fährte gelockt wurden, gehören zu den Opfern. Ausführlicher beschreibt das mein Buch „Verliebt Verlobt Verheiratet Verurteilt“. Und noch besser informiert über die haarsträubende Unrechtsprechung deutscher Familiengerichte die Internetseite trennungsfaq.com.

Wenn Unrecht schon in ein Gesetz geschrieben wird, warum braucht es mehr als 50 Jahre, bis das endlich abgestellt wird? Warum dauert es noch einmal Jahrzehnte, bis jemand das Unrecht auch Unrecht nennt? Können auch unsere hochgelobten Rechtsstaat-Richter nicht einmal Recht von Unrecht unterscheiden? Wollen wir uns einreden lassen, dass das Vergangenheit ist und die Bundesrepublik ein richtiger Rechtsstaat ist?

In meinem Blog-Beitrag „Staatsunrecht im Rechtsstaat“ habe ich beschrieben, dass es eine jahrhundertlange Tradition von Unrechtsprechung durch deutsche Gerichte gibt. Das passiert, wenn sich eine einflussreiche Gruppe dafür einsetzt und sich außer den Opfern niemand daran stört. Einfluss auf Gesetzgebung und Recht­sprechung nimmt immer wieder die katholische Kirche.

Auf ihre Verteufelung der Homosexualität ging der § 175 zurück. In Irland nahmen katholische Mutter-Kind-Anstalten zur Bestrafung unehelicher sexueller Beziehungen Kinder ihren ledigen Müttern weg und verkauften sie nach Amerika. (Blog-Beitrag „Verlorene Kinder“). Familien, die das katholische Gebot der lebens­langen Ehe nicht einhalten, bestraft das deutsche Familienrecht. Bei diesen Schandtaten an den Familien machen alle in Bundes- und Landesparlamenten vertretenen politischen Parteien mit. Vermutlich werden erst wieder 100 Jahre vergehen müssen, bevor die angerichteten Zerstörungen als das erkannt werden, was sie sind: Unrecht.