Fake Politics: Große Koalition für kleine Familienpolitik

Wenn die GroKo-Verhandlungen erfolgreich sind, hat Deutschland bald wieder eine handlungsfähige Regierung. Mehr als Geld und gute Worte wird man von ihrer Handlungsfähigkeit wohl nicht erwarten dürfen. Für Familien ist das zu wenig.

Vordergründig ist Familienpolitik: Geldzahlungen an Mütter. Dafür haben auch die GroKo-Verhandler wieder neue Ideen. Schaut man hinter die Fassade, so dient die Familienpolitik dazu, die katholische Lebenszeitehe am Leben zu halten. Der hatte bereits 1875 die Reichsregierung nahezu den Garaus gemacht. Dann entschied die erste Bundesregierung unter dem Kanzler und ehemaligen Zentrumspolitiker Adenauer, sie wieder zu beleben. Was heute als Familienpolitik ausgegeben wird, ist Ehepolitik nach katholischen Vorgaben.

Danach hat Ehe nur dann einen Wert, wenn sie lebenslang dauert, und so steht es in § 1353 des Familienrechts. Wird sie vorzeitig beendet, gilt sie als gescheitert, wertlos, und kann entsorgt werden. Das ist die Aufgabe von Familiengerichten, die über Scheidungen zu befinden haben. Die zerstören auch das, was Ehen und Familien wertvoll macht und was im Gegensatz zum Trauschein lebenslang Bestand haben sollte: das Vertrauen zwischen den Partnern und die Fürsorge der Eltern für ihre Kinder.

Zur Langlebigkeit der Ehe haben die Rechtsmaßnahmen nichts beizutragen, im Gegenteil. Die mit den Strafen gegen die bösen Väter ausgesprochenen Belohnungen für die guten Mütter sind für die so attraktiv, dass sie die meisten Scheidungsanträge stellen. Die staatliche Unterstützung reicht so weit, dass eine Frau sich die Erfüllung ihres Kinderwunsches ohne jede Gegenleistung von jemand anderem finanzieren lassen kann. Nahezu die Hälfte aller lebenslangen Ehen wird so wieder beendet. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder, die sich nicht dagegen wehren können.

Das ist eigentlich ein Skandal, ist dann aber doch keiner, weil ihn niemand zur Kenntnis nimmt. So wenig, wie man vor 30 Jahren etwas von sexuellem Missbrauch wissen wollte und die Opfer im Regen stehen ließ, will man heute etwas von dem Unrecht an Vätern und Kindern wissen. Aggressives Wegsehen und Totschweigen begegnen dem, der sich kritisch über die Behandlung der Familien durch die Staatsorgane äußert. Aufmerksamer lauscht man dafür den Beschönigungen und Vertuschungen der Familienwohltäter, die sich uneigennützig für „Kindeswohl“ und „gemeinsame elterliche Sorge“ einsetzen. Das ist Fake Politics, Lügenpolitik.

Es ist absurd, dass der Staat seinen Bürgern katholische Lebensart beibringt, während gleichzeitig den Kirchen die Gläubigen davonlaufen. Die lebenslange lebendige Partnerschaft ist ein hohes Gut, sie lässt sich aber nicht verordnen oder herbeistrafen. Diese Einsicht wird man von GroKo-Politikern wohl nicht erwarten können.

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