3.2 Familie selbermachen

Wer Partnerschaft und Kindererziehung in einer Familie wirklich ernst nimmt, muss das ohne oder sogar gegen seinen Staat durchsetzen. Das können Partner nur gemeinsam tun und nicht gegeneinander. Die Basis dafür müssen sie legen, wenn sie ihre gemeinsame Zukunft bestimmen. Dabei sollten sie klar die Punkte benennen, in denen sie von den im Familienrecht vorgesehenen Regelungen abweichen wollen. Das könnte so aussehen:

  • Die Partner wollen keine Versorgungsgemeinschaft mit der Abhängigkeit des einen vom anderen, sondern eine wirkliche Partnerschaft zwischen Gleichwertigen und Ebenbürtigen.
  • Die Partner wollen, dass beide eine Berufstätigkeit ausüben und sich beide im Haus und in der Familie engagieren.
  • Die Dauer des Zusammenlebens ist an die Zustimmung beider Partner gebunden. Sollte einer von ihnen lieber allein oder mit einem anderen Partner leben wollen, soll ihm der andere die Trennung unter den zuvor vereinbarten Bedingungen zugestehen.
  • Jeder der Partner trägt zum gemeinsamen Leben annähernd die Hälfte bei. Das gilt sowohl für den Finanzbedarf als auch für die anfallenden Arbeiten und die Betreuung der Kinder. Versorgungsansprüche des einen an den anderen nach einer Beendigung des Zusammenlebens werden ausgeschlossen.
  • Mit der Beendigung der Partnerschaft endet nicht die gemeinsame Betreuung der Kinder. Wie bereits während des Zusammenlebens trägt dazu auch nach seiner Beendigung jeder der Eltern annähernd die Hälfte bei. Dazu gehören Wohnen, Essen, Kleidung, Gesundheit, Freizeit, Schule, Transport, einschließlich aller Kosten, die in dieser Hälfte anfallen. Das Umziehen eines Elternteils an einen entfernten Ort wird bis zum 15. Lebensjahr eines Kindes ausgeschlossen.
  • Die im Familienrecht vorgesehenen Konzepte „Ehe auf Lebenszeit“, „Scheitern der Ehe“, angebliches „Kindeswohl“, „Alleinerziehung“, auch in Form von „Hauptbetreuung“ durch einen Elternteil bei „gemeinsamer elterlicher Sorge“, werden von keinem der beiden Partner zur Grundlage von Entscheidungen gemacht, weder während des Bestehens noch nach Beendigung der Partnerschaft.
  • Die Partner geben sich die feste Zusicherung, dass keiner von ihnen allein jemals einen Angehörigen der Rechtsberufe (Anwälte, Richter, Mediatoren) über Partnerschafts- und Familienangelegenheiten befragen oder damit betrauen wird. Auch aus einem vermeintlichen oder behaupteten Interesse von Kindern soll davon nicht abgewichen werden. Wenn ein Anwalt benötigt wird, z.B. für eine Ehescheidung, wird er von beiden Partnern gemeinsam beauftragt mit den Zielen, auf die sie sich zuvor geeinigt haben.

Es ist sehr zu empfehlen, eine solche Übereinkunft schriftlich abzufassen und von beiden unterschrieben bei wichtigen Dokumenten aufzubewahren. (Ein Beispiel dafür enthält das kleine Buch „Verliebt Verlobt Verheiratet Verurteilt – Basisinformation für Familiengründer“ im BoD Verlag). Ob sich ein Paar mit dem Wunsch nach einer Partnerschaft in einem Standesamt stillschweigend eine Versorgungsgemeinschaft zuteilen lassen möchte, vielleicht mit gekreuzten Fingern hinter dem Rücken, muss es selbst entscheiden.

Entscheiden muss sich aber vor allem ein Mann, ob er sich mit einem solchen Schriftstück in der Hand darauf verlassen will, dass sich seine Angebetete im Ernstfall tatsächlich daran halten wird. Das braucht sie nämlich nicht; denn die schriftliche und unterzeichnete Übereinkunft ist zwar eine moralische Verpflichtung der Beteiligten, begründet jedoch keinen Rechtsanspruch. Eine Mutter kann es sich jederzeit anders überlegen, das Kind als Vorwand und Faustpfand benutzen und den Mann und Vater verklagen. Anwälte erzählen diesen Müttern, das sei normal und gerecht und finanziell vorteilhaft. Millionen von ihnen sind darauf hereingefallen, haben sich auf die juristische Denke eingelassen und dafür aufgegeben, was man wirklich unter Anstand, Vertrauen und Gerechtigkeit versteht.

Was Richter für Recht erklären, muss nicht richtig und gerecht sein. Was Anwälte als einträglich anpreisen, muss nicht klug und vorteilhaft sein. Was Öffentlichkeit und Medien schweigend akzeptieren, muss deswegen nicht akzeptabel sein. Vom Wohl ihres Kindes verstehen ein Vater und eine Mutter mehr als das ganze Heer von angeblichen Familienfürsorgern nebst ihren studierten Experten. Sie sind in Wirklichkeit Familienzerstörer, und wer mit ihnen gemeinsame Sache macht, zerstört damit seine eigene Familie, beschädigt seine eigenen Kinder und schadet letztlich sich selbst.

Was damit verloren geht, ist weit mehr wert als was einem das Heer der selbst erklärten Familienwohltäter versprechen kann. Das sollten besonders die vielen Mütter bedenken, bevor sie sich und ihren Kindern das Schicksal Alleinerziehung auferlegen. Eine Beziehungskrise löst man nicht mit Bestrafung und Vergeltung. Die braucht Verstand, Reife, Einfallsreichtum und eine Prise Anstand. Das alles gibt es nicht bei staatlichen Institutionen, darum muss man sich selbst bemühen.

Stell dir vor, es ist Ehekrieg und keiner geht hin.