3.1 Staat gegen Familien

Von den Maßnahmen des Staates gegen seine Familien wirken sich die folgenden besonders zerstörerisch aus:

  • die Festlegung auf die Lebenszeitehe und die Abwertung der geschiedenen Ehe als „gescheitert“,
  • das Festhalten an überholten Mann-Frau-Rollen und die daraus abgeleitete ungleiche Verteilung von Rechten und Pflichten nach Scheidung,
  • die Straf- und Disziplinierungsmaßnahmen bei Scheidungsbegehren mit negativen Auswirkungen auf bestehende Partnerschaften,
  • die Förderung des Streits zwischen Expartnern und die Zerstörung von Familienbanden, insbesondere von Vater-Kind-Beziehungen,
  • die Benutzung von Kindern zur Rechtfertigung der staatlichen Aktionen ohne Rücksicht auf ihre wahren Interessen und ihr Wohlergehen.

Es kommt hinzu, dass der Staat seinen Familien gegenüber nicht aufrichtig ist. Er nennt nicht die Bedingungen, unter denen sie eine Ehe eingehen. Weder erfahren sie etwas über die gesetzliche Verankerung des christlichen Gebots der Lebenslänglichkeit der Ehe, noch werden sie darüber aufgeklärt, welche Folgen eine Abkehr von diesem Gebot hat. Die dafür vorgesehenen Disziplinierungs- und Strafmaßnahmen werden mit irreführenden Ausdrücken wie „Kindeswohl“ oder „gemeinsame elterliche Sorge“ schöngeredet. Die Möglichkeit, sich für ein anderes als das katholische Familienbild zu entscheiden, wird den Familien nicht eingeräumt.

Dabei sprechen gute Gründe für eine lange, vielleicht sogar lebenslange, Dauer einer Partnerschaft. Das Interesse daran muss aber von den Partnern selbst kommen und darf ihnen nicht von einer kirchlichen oder staatlichen Institution aufgezwungen oder stillschweigend untergeschoben werden. Die Partner selbst müssen ihre Verbindung jeder anderen vorziehen. Und sie müssen beide aktiv zum gemeinsamen Leben beitragen und damit die Voraussetzungen für die Dauerhaftigkeit schaffen.

Andererseits müssen sie sich für einen Ausstieg entscheiden können, wenn diese Voraussetzungen nicht mehr stimmen, wenn z.B. einer von ihnen seinen Beitrag nicht leistet. Wer die Möglichkeit einer Trennung ausschließt, strebt nicht eine Partnerschaft, sondern eine Versorgungsgemeinschaft an. Auch auf die können sich zwei Menschen verständigen, wenn sie das bewusst und aus freien Stücken tun.

Von Übel ist dagegen, wenn Eheleuten ohne ihr Wissen und ohne ihre Zustimmung eine Versorgungsgemeinschaft anstelle der angestrebten Partnerschaft aufgedrückt wird, wie dies täglich in Standesämtern geschieht. Auf eine solche staatliche Fürsorge verzichtet man besser.

Das tun immer mehr Paare, aber das wird ihnen nicht leicht gemacht. Noch folgt ein großer Teil der Bevölkerung der christlichen Verkündigung, wirkliche Partnerschaft gebe es nur mit dem kirchlichen oder amtlichen Segen. Mit finanziellen Anreizen lockt der Staat junge Menschen zur Eheschließung. Und er diskriminiert unverheiratete Partner, z.B. bei der Besteuerung von Erbschaft oder Schenkung oder bei der Nutzung gemeinsam erworbenen Gutes nach dem Tod eines Partners.

Auch reicht der Eheverzicht allein nicht aus, um staatliche Bevormundung zu vermeiden. Gemeinsame Kinder dienen als Vorwand, um Trennungen unverheirateter Paare mit denselben Sanktionen zu belegen wie die von Eheleuten. Für einen Mann ist das einzige sichere Mittel, der unfairen Behandlung durch die Staatsorgane zu entgehen, auf eigene Kinder zu verzichten. Dass dies zu der beklagenswert niedrigen Geburtenrate in Deutschland beitragen könnte, ist deutschen Familienpolitikern bisher noch nicht gekommen.

Umgekehrt werden alleinerziehende Mütter mit einem Heiligenschein für aufopfernde Fürsorge und selbstlose Pflichterfüllung versehen. Wer sich davon nicht blenden lässt, erkennt indessen, dass diese Mütter für die staatlichen Moralwächter nur die nützlichen Idioten sind, die ihnen Zugang zu den Familien verschaffen. Diese Mütter beteiligen sich damit an der Zerstörung ihrer Familien und der Beschädigung ihrer Kinder. Am Ende sind auch sie gelackmeiert wie ihre Ex-Männer und ihre Kinder; denn der als Belohnung in Aussicht gestellte Geldsegen reicht oft nicht einmal, um sie vor Armut zu bewahren.

Wer seine Kinder liebt, tut ihnen die staatlichen Wohltaten nicht an. Der übernimmt selbst die Verantwortung für seine Familie, wenn es sein muss gegen seinen Staat. Das beschreibt die Seite Familie selbermachen.