Vergeltungsfeminismus

Wenn zwei sich scheiden, gibt es Streit, und wenn zwei sich streiten, freuen sich Dritte. Die nutzen die Unerfahrenheit der streitenden Partner, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Zu diesen Nutznießern gehört eine Gruppe, die sich den Feministen zurechnet.

Feminismus

Als Feminismus bezeichnet man Frauenbewegungen, die in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts und andernorts schon früher die Diskriminierung von Frauen in der von Männern dominierten Welt bekämpften. Der Erfolg ihrer Anstrengungen ist nicht nur im Interesse von Frauen. Eine Gesellschaft kann es sich nicht leisten, auf die Hälfte ihres Potentials an Schaffens­kraft und Einfallsreichtum zu verzichten. Aus diesem Grund haben feministische Bestrebungen auch bei Männern Zuspruch gefunden.

Der Feminismus hat in Deutschland in 150 Jahren viel verändert. Von einer Gleichstellung von Mann und Frau, wie sie Art. 3 des Grundgesetzes vorsieht, ist man dennoch weit entfernt. Zu den Bremsern gehören weiterhin Männer, die sich jeder Veränderung ihrer vertrauten Welt entgegenstellen oder die den Wettbewerb mit Frauen scheuen müssen. Auch manche Frau mag die überschaubare Arbeit zu Hause einem fordernden Berufsleben vorziehen, besonders wenn sie für die Doppelbelastung von Familie und Beruf wenig Unterstützung findet.

Nicht hilfreich für die Sache der Frauen ist ferner eine Bewegung, die unter der Fahne des Feminismus mitsegelt. Sie setzt sich dafür ein, der Diskriminierung von Frauen eine Diskriminierung von Männern entgegen zu setzen. Ich nenne das „Vergeltungs-Feminismus“.

Vergeltung

Unter Vergeltung versteht man eine Handlung, mit der Menschen auf eine Verletzung ihrer Gefühle reagieren. Sie scheint ein elementares Bedürfnis jedes Menschen zu sein. Wie die Verletzung ist auch die Reaktion darauf emotional und nicht rational. Ihre Art und Stärke orientieren sich nicht an der objektiven Handlung, die sie ausgelöst hat, sondern an der subjektiven Bewertung der erzeugten Emotion. Einziges Ziel ist die Erwiderung der Verletzung, nicht ein bestimmtes Ergebnis wie die Verhinderung einer erneuten Verletzung.

Vergeltung löst ihrerseits eine Verletzung aus, die wiederum den Wunsch nach Gegenvergeltung aufkommen lässt. Auf diese Weise können sich gegenseitige Vergeltungen zu einer endlosen Kette aufschaukeln, wie das von der Blutrache bekannt ist. Wenn der Verursacher der Verletzung nicht habhaft ist, kann sich Vergeltung auch gegen einen Stellvertreter aus derselben Familie oder Gruppe richten.

Vergeltung wird in manchen Volks- und Religionsgemeinschaften als ein berechtigtes Anliegen eines Geschädigten angesehen. Andererseits betonen asiatische Religionen, das Alte Testament und Jesus-Worte im Neuen Testament, dass Vergeltung dem schadet, der sie übt.

Vergeltungsfeminismus im Rechtsstaat

Das Strafrecht der Bundesrepublik erkennt den Wunsch eines Geschädigten nach Vergeltung an und erlaubt seine Mitwirkung bei der Entscheidung über Schuld und Strafe im Rahmen eines Gerichtsverfahrens. Man kann darüber streiten, ob das weise ist oder nicht. Viel stärker hat sich aber Vergeltungsdenken dort breit gemacht, wo es nichts zu suchen hat, im Familienrecht.

Das ist eigentlich Teil des Zivilrechts, hatte aber aus den Zeiten kirchlicher Oberaufsicht Strafmaß­nahmen für schuldhaftes Verhalten übernommen. Die bei einer Scheidung durch den Familienrichter vorzunehmende Schuldzuweisung wurde 1976 vom Gesetzgeber abgeschafft. Die Bestrafungen blieben aber bestehen, nur wurden sie jetzt auf Männer und Väter beschränkt. Die müssen seither als Stellvertreter für den Vergeltungswunsch von Feministen gegen Männer allgemein herhalten.

Das hat mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun. Jede Diskriminierung, gleichgültig ob sie sich gegen Schwarze, Juden, Ausländer, Frauen oder Männer richtet, schafft Unrecht, und Unrecht lässt sich nicht mit Unrecht bekämpfen. Es ist tragisch, dass sich genau daran diejenigen beteiligen, die als Hüter des Rechts eingesetzt wurden. Es ist auch tragisch, dass genau dies in der deutschen Rechtsprechung eine lange Tradition hat (siehe meinen Beitrag auf dieser Website „Staatsunrecht im Rechtsstaat“).

Das tägliche Unrecht der Familiengerichte trifft nicht nur die als Sünden­böcke missbrauchten Männer und Väter. Hauptleidtragende sind die Kinder, denen die Überheblichkeit und Dummheit vergeltungsfeministischer Richter und Richterinnen unter allen möglichen Vorwänden ihre Eltern wegnimmt. Dass diese Kinder für ihr Leben seelische Störungen davontragen, interessiert diese Rechthaber nicht. Beschädigt werden aber auch die Mütter, die den Rattenfängern auf den Leim gehen, ihnen die Gelegenheit zum Zerstören ihrer Familien geben und am Ende statt des in Aussicht gestellten Geldsegens armutgefährdet sind.

Vergeltungsfeminismus gegen Familien

Feministen beiderlei Geschlechts, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen, haben Unterstützung und Anerkennung verdient. Vergeltungsfeministen haben es nicht. Sie verdienen nicht einmal die Bezeichnung Feministen; denn sie tun nichts für Frauen, aber viel gegen sie. Sie benutzen andere, um mit ihren eigenen Emotionen fertig zu werden und kümmern sich nicht darum, wieviel Schaden sie dabei anrichten. Vergeltungsfeministen sind wie eine Krebsgeschwulst, die in einer Gesellschaft wächst und sie zerstört, wenn man sie nicht herausschneidet.

Von all den klugschwätzenden, schlaumeiernden Familienspezialisten, viele von ihnen selbst Vergeltungsfeministen, ist das nicht zu erwarten. Auch Medien und Öffentlichkeit wenden sich gern ab und schauen in die andere Richtung. Eltern, die sich für ihre Kinder verantwortlich fühlen, können sich das nicht leisten; denn bereits morgen könnten die Vergeltungsfeministen auch ihre Familie und ihre Kinder in den Strudel ziehen. Sie müssen heute damit anfangen, sich gegen die Zerstörer ihrer Familie zu wappnen. Wie das geht, sagen wir an anderer Stelle dieser Webseite und in dem Büchlein „Verliebt Verlobt Verheiratet Verurteilt“.

Verlorene Kinder

Medien berichten über einen Fund von 800 Skeletten kleiner Kinder in einer alten Sickergrube in Tuam, Irland. Entdeckt wurden die bereits 1975, aber untersucht wurde der Fund damals nicht. Erst 2014 äußerte eine Historikerin den Verdacht, dass die Skelette aus dem Mutter-Kind-Heim stammten, das früher von einem katholischen Nonnenorden auf demselben Gelände betrieben wurde. Das bestätigten jetzt die Untersuchungen.

Bereits 1952 hatte es Berichte über einen Adoptionshandel mit irischen Kleinkindern gegeben. Sie waren in katholischen Heimen geboren worden, die für arme, ledige, wegen der „Schande“ von ihren Familien verstoßene Mütter die einzige Anlauf­station waren. Die jungen Frauen hatten zur „Strafe für ihre Sünden“, sprich den außerehe­lichen Sex, in den Konventen Frondienste zu leisten. Die Bestrafungsmission richtete sich nicht nur gegen die Sünderinnen selbst, sondern auch gegen ihre Kinder. Sie galten als „Werke des Teufels“ und wurden physisch und emotional so stark vernach­lässigt, dass viele von ihnen das nicht überlebten. Gestorbene Kinder wurden nicht beigesetzt, sondern als Abfall entsorgt wie in jener Sickergrube.

Viele der überlebenden Kinder wurden unter Umgehung gesetzlicher Vorschriften vorwiegend in die USA verkauft. Der Kaufpreis hieß offiziell „Spende“, das Kind wurde aber erst ausgehändigt, wenn sie entrichtet war. Gedeckt wurde diese Praxis von höchsten Stellen in Kirche, Politik und Justiz, die bis heute eine Beteiligung weit von sich weisen. Polizei und Justiz sahen aber auch keine Veranlassung, die Entdeckung der Kinderskelette zu untersuchen. Das bewegende Schicksal eines der in die USA verkauften Kinder beschreibt Martin Sixsmith in seinem lesenswerten Buch „The Lost Child of Philomena Lee“ (Eine deutsche Ausgabe trägt den verfälschenden Titel „Philomena: Eine Mutter sucht ihren Sohn“).

Irland ist weit weg, und die Ereignisse sind Vergangenheit. Dennoch gehen sie auch uns an; denn nach demselben Muster verfahren Kirche, Politik und Justiz heute mit Familien und Kindern in der Bundesrepublik. Am Anfang stehen die absonderlichen Gebote der katholischen Kirche zu den Themen Sex, Familie und Ehe. Die will sie aus der Bibel abgeleitet haben, aber dort findet man sie nicht. Damit sie befolgt werden, setzt die Kirche seit jeher auf die Bestrafung von Übertretungen. Das ist weder wirksam noch überzeugend. Der Kirche dürfte es dabei auch weniger um Moral als um Macht gehen.

Verbündete dafür findet sie bei Politik und Justiz, in Irland wie in der BRD. Wenn die Kirche verkündet, eine Ehe habe lebenslang zu bestehen, notfalls mit Zwang, dann schreiben Politiker bereitwillig in § 1353 BGB: „Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen“. Wenn die Kirche die vorzeitig beendete Ehe abwerten möchte, dann bezeichnen Politiker sie gehorsamst als „gescheitert“. Wenn die Kirche Reste solcher gescheiterter Ehen beseitigen möchte, werden Familiengerichte das mit Freude besorgen, werden Eltern-Kind-Beziehungen zerstören und das als  „Kindeswohl“ schönreden.

Wie jene irischen Mütter und ihre Kinder sind auch Trennungsfamilien in der Bundesrepublik von guten Geistern verlassen. Die Medien erfüllen nicht ihre Funktion als Wächter. Die Bevölkerung schaute schon immer beim Unrecht von Staatsbedien­steten lieber in die andere Richtung. Nicht wegschauen sollten die Betroffenen selbst, die Familien, die Eltern, die Väter und die Mütter und wenn nicht für sich selbst, dann wenigstens für ihre Kinder.

Familie aktuell

In diesem Blog werden wir zu aktuellen Themen Stellung nehmen oder einzelne Punkte der o.g. Seiten vertiefen. Wir freuen uns über kritische Kommentare. Die Standpunkte der katholischen Kirche, der Anhänger der Feminismus-Bewegung und der Gerichte und Anwälte sind uns hinlänglich bekannt. Sie scheinen uns so gut publiziert, dass sie nicht noch ein zusätzliches Forum benötigen. Weitere Kommentare, die nur die gegenwärtige Familienmisere schönreden, werden wir ebenfalls nicht publizieren.

Die politischen Parteien betonen zwar, wie wichtig ihnen Familien sind, tun aber wenig, um deren Situation zu verbessern. In fünf Punkten stellen wir vor, wie eine familienfreundliche Politik aussehen könnte. Dazu gehören die Trennung von Familien- und Eheförderung, die Beendigung der Lebenszeitverpflichtung und ihrer Durchsetzung, die Entpflichtung der Familiengerichte, die Gleichstellung der Partner in jeder Form von Lebensgemeinschaft, die Rückübertragung der christlichen Ehe an die Kirchen und Abkopplung von Bürgerrechten und –pflichten. Das beschreibt der Beitrag vom 26. August 2017 „Wahlprogramme für Familien“.

Von den Eltern in früher Kindheit unbewusst übernommenes, einer Überprüfung nicht zugängliches und für andere unverständliches Verhalten kann eine Partnerschaft belasten. Wenn ein Partner das weiß und das Zwanghafte des Verhaltens erkennt, kann er durch Mittragen der Last dem anderen helfen. Gegenseitiges Mittragen macht die Partnerschaft erfolgreich und gewinnbringend, so der Beitrag vom 07. August 2017 „Partnerschaft richtig“.

Gleichgeschlechtliche Ehepartner müssen im Scheidungsfall nicht mit der katholisch und feministisch motivierten Unrechtsprechung durch Familiengerichte rechnen wie die Partner herkömmlicher Ehen. Sie können ihre Ehen selbstbestimmt führen und selbstbestimmt beenden. Das mag eine kleine Chance für eine Erneuerung der Ehe sein, die man schon dem Schrotthaufen der Geschichte sah. Mehr dazu findet sich im Beitrag vom 7. Juli 2017 „Ehe für alle – der langsame Abschied vom Mittelalter“.

Eine Gruppe von Feministen, hier als „Vergeltungsfeministen“ (18. Juni 2017) bezeichnet, möchte die Diskriminierung von Frauen mit einer Diskriminierung von Männern ersetzen. Im Familienrecht sind sie damit sehr erfolgreich und verantwortlich für eine Menge neuen Unrechts.

Als „Schandtat des Rechtsstaats“ bezeichnete der Justizminister die Strafverfolgung Homosexueller nach § 175. Sie ist ein weiteres Beispiel für die Bestrafung von Verstößen gegen katholische Moralvorstellungen durch den Staat. Das beschreibt der Beitrag Unrecht gegen Homosexuelle (24. März 2017).

Die frühere Praxis katholischer Mutter-Kind-Institutionen in Irland, die Kinder lediger Mütter für Geld zur Adoption nach USA zu verkaufen, und ihre Auswirkungen auf das Leben der beteiligten Personen ist der Anlass für den Beitrag Verlorene Kinder (9. März 2017). Sie ist beispielhaft für das Umgehen der katholischen Kirche mit Familien.

Der erste Beitrag Staatsunrecht im Rechtsstaat (19. Februar 2017) geht der Frage nach, ob die deutsche Bundesrepublik wirklich der vorbildliche Rechtsstaat ist, als der sie von Politikern und Journalisten dargestellt wird.

 

 

 

Staatsunrecht im Rechtsstaat

Politiker und Journalisten preisen den deutschen Rechtsstaat und empfehlen ihn anderen als Vorbild. Schaut man etwas genauer hin, glänzt er nicht ganz so, wie es die Lobeshymnen glauben machen wollen. Das deutsche Rechtssystem hat eine lange Tradition, sich an jedem Unrecht zu beteiligen, wenn eine mächtige Gruppe im Volk dies wünscht und sich der Rest des Volkes einschließlich der kritischen Medien daran nicht stört. Nach dieser Regel verfährt auch die Justiz der Bundesrepublik.

Einen Rechtsstaat im heutigen Sinne führten als erste die Gründer der USA im Jahr 1776 ein. In der Absicht, einen Machtmissbrauch durch eine Alleinherrschaft zu verhindern, folgten sie den Vorschlägen europäischer Staatsphilosophen und verteilten die Macht des Staates auf drei Institutionen, Gesetzgebung, Regierung und Recht­sprechung. Diese Gewaltenteilung ist heute Bestandteil jeder Demokratie.

In Deutschland wurde eine demokratische Ordnung erst mit der Weimarer Republik 1919 eingeführt. Die Mehrzahl der Weimarer Richter hatte zuvor dem Kaiser die Treue geschworen. Den gab es nun nicht mehr, aber die rechte, vaterländische Gesinnung der Richterschaft blieb bestehen. Linke Elemente ließ sie die Härte des Gesetzes spüren, rechtsextremistische Gewalttaten wie die Morde an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht blieben ungesühnt.

Das Ende der Weimarer Republik war nicht das Ende dieser Justiz. Was der NS-Staat wollte, das wollte sie auch. In Treue zum Führer sprach sie 12 Jahre lang nationalsozialistisches und nicht unbedingt „rechtsstaatliches“ Recht. Dann war es auch damit vorbei, und es entstand mit der Bundesrepublik ein demokratischer Staat, der sich sehen lassen kann. Zu seinen vielen guten Entschei­­dungen gehört auch das Bekenntnis zur Mitverantwortung des Volkes für die NS-Verbrechen. Auf die Recht­sprechung färbte davon wenig ab. Die blieb ihrer preußisch-Weimarer-national­sozialistischen Tradition treu und kehrte die Untaten ihrer Gesinnungsgenossen unter den Teppich. Nachdem Nazi-Richter in bundesrepublikanischen Diensten ausgestorben sind, mag es ja einiges an solider und fairer Rechtsprechung in unserem Land geben. Es gibt aber auch ein beunruhigendes Maß vom Gegenteil.

Wie das aussieht, lässt sich den ausführlich beschriebenen Verfahren gegen die unschuldig verurteilten Horst Arnold, Harry Wörz und Gustl Mollath entnehmen. Die kamen nicht etwa ans Licht, weil die Justiz so wahrheits- und gerechtigkeitsliebend ist oder ihre Selbstkontrolle so exzellent funktioniert. Es waren engagierte Individuen, die in mühevoller Kleinarbeit gegen den massiven Widerstand der Richterschaft die Aufklärung durchsetzten. Das kommt nur wenigen Justizopfern zugute. Niemand weiß, wie viele mehr von ihnen in den Gefängnissen sitzen. Optimisten vermuten den Anteil unschuldig Verurteilter bei 10 %, weniger optimistische halten 25 % für möglich. Dabei ist schon ein einziger von ihnen einer zu viel.

Es gibt Hinweise, dass bei diesen Einzelverfahren Gerichte für Wünsche höherer Stellen in der Politik empfänglich waren. Noch deutlicher ist dies, wenn ganze Gruppen in das Fadenkreuz der Justiz geraten. Nachdem Sozis und Juden dafür ausgedient haben, nimmt die Rechtsprechung der BRD Männer, Väter und Trennungsväter auf’s Korn. Das Zielen ist ihr dabei nicht so wichtig, und so ruft sie enorme Kollateralschäden bei Familien und Kindern hervor. Das ignoriert sie, oder sie versucht, es durch vermehrtes Kindeswohl-Gerede zu beschönigen.

Was die Familien-Justiz gegen Männer und Väter urteilt, ist unglaublich. Das ist sehr kompetent und bei allem Kopfschütteln dennoch sachlich dargestellt auf der Internetseite www.trennungsfaq.com (nicht .de!). Mit Rechtsstaatlichkeit hat das nichts mehr zu tun, nicht einmal mit simpler Fairniss. Wie kann es in einem Staat mit soviel ernsthaftem Bemühen zu einer solchen Entgleisung kommen? Bei der Justiz hat das Tradition. Im Volk sehe ich zwei Kräfte mit verschiedenen Interessen, die es geschafft haben, Politiker für sich zu gewinnen und damit die deutsche Familienpolitik maßgebend zu prägen: die katholische Kirche und die Feminismus-Bewegung.

Die katholische Kirche, die früher die Familien unmittelbar beherrscht hatte, tut das heute mittelbar über ihren Einfluss auf die Politik. Kaum jemand weiß, dass er in einem Standesamt eine katholische Ehe verordnet bekommt, ob er sich selbst zum katholischen Glauben bekennt oder nicht. Wichtigste Eigenschaft der katholischen Ehe ist, dass sie lebenslang hält, notfalls mit Zwang. Deswegen bestimmt § 1353 BGB, dass „die Ehe auf Lebenszeit geschlossen“ wird. Wird sie vorzeitig abgebrochen, gilt sie als „gescheitert“. Dafür ist immer der Mann verantwortlich, und dafür wird er bestraft. Formell ist das ein falscher Ausdruck; denn das Familienrecht gehört nicht zum Strafrecht, sondern zum Zivilrecht. Es ist allerdings aus den Praktiken der Kirche hervorgegangen und hat davon vieles bewahrt, auch die Strafen für Übertretungen der von der katholischen Kirche erlassenen göttlichen Gebote.

Ein ganz anderes Interesse hat die Feminismus-Bewegung. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauen Rechte bekommen, die ihnen bisher versagt wurden, das ist gut so! Dafür möchte sie den Männern genau diese Rechte wegnehmen, also die gleiche Situation herbeiführen wie vorher, nur mit vertauschten Rollen. Das ist nicht gut so aber dennoch fester Bestandteil des deutschen Familienrechts. Familiengerichte sprechen im Scheidungsfall der Frau alle Rechte und keine Pflichten zu, dem Mann aber alle Pflichten und keine Rechte, Unrecht mit umgekehrtem Vorzeichen.

Aus mittelalterlicher, katholischer, zwangsweise verordneter Lebenszeitehe und feministischem Vergeltungsbedürfnis haben bundesrepublikanische Regierungen das Sammel­surium des Familienrechts zusammengebastelt. Das weiß die Justiz mit ihrer Spürnase für Machtverhältnisse ganz im Sinne der drei Akteure auszulegen und erklärt regelmäßig ganz unverfroren offensicht­liches Unrecht für Recht. Die Bundes­republik und ihre Familien haben Besseres verdient.

Das ist derzeit aber nicht in Sicht. Keine der politischen Parteien ist bereit, sich für die Familien einzusetzen. Alle wollen den Rechtsstaat herbeireden, aber keiner will etwas für ihn tun. Nur die Familien selbst haben es in der Hand, zu dieser Art von „Rechtsstaat“ auf Distanz zu gehen. Dazu müssen sie sich besser informieren, ihre Werte selbst bestimmen und sie gegen den Staat durchsetzen.